Auch wenn am 20. März der kalendarische Frühling beginnt, der Gartenschläfer (Gattung der Bilche) ist vielerorts noch in seinem Winterquartier. Wenn es über längere Zeit mild bleibt, erst dann werden die Schlafmäuse wieder aktiv. Sichtet man einen, sollen diese gemeldet werden.
Die Bayerischen NaturFreunde möchten zu baldigen Frühlingsanfang auf eine seltene Art der Bilche aufmerksam zu machen und dazu aufrufen, Beobachtungen des Gartenschläfers über www.gartenschlaefer.de zu melden. Bereits mehr als 12.000 Hinweise aus ganz Deutschland gingen dort ein. Diese Meldungen stellen eine wichtige Datengrundlage für Forschung und Schutz der in Bayern vom Aussterben bedrohten Bilchart dar. Der mit den NaturFreunden befreundete BUND Naturschutz engagiert sich gemeinsam mit Partnern für den Schutz des Gartenschläfers. „Im Frühling bestehen gute Chancen, den Gartenschläfer nachzuweisen, denn in dieser Zeit sind die Gartenschläfer aktiver und einige dieser Tiere machen sich auch durch ihre Rufe bemerkbar“, sagt Hans Greßirer, Leiter der Fachgruppe Arten- und Biotopschutz des Landesverbandes Bayern der NaturFreunde Deutschlands e. V. „Um gezielte Schutzmaßnahmen umsetzen zu können, hilft jede Beobachtung, damit wir mehr über die Verbreitung dieser seltenen Art wissen.“, so Hans Greßirer weiter!
Paarungszeit ist für den Gartenschläfer der Frühling. Etwa drei Wochen nach der Paarung, die in Bayern in der Regel von Juni bis Mitte Juli stattfindet, werden die Jungen geboren. Baumhöhlen, Nistkästen, selbst gebaute Nester im Gebüsch oder Felsspalten, sind als Kinderstube geeignet.
Bilche bekommen meist nur einmal im Jahr Nachwuchs. In den Mittelgebirgen gehen sie bereits ab Ende August wieder in den Winterschlaf. Der Stoffwechsel der Bilche wird aktiv gesenkt, die Körpertemperatur sinkt deshalb stark ab und Energie wird gespart.
Insbesondere im Frankenwald, Fichtelgebirge und im Steinwald konzentrieren sich die bayrischen Vorkommen des Gartenschläfers. Eine gute Zusammenarbeit besteht mit den Naturparken und diese Zusammenarbeit erhöht den Kenntnisstand zur Verbreitung als das noch vor etwa fünf Jahren der Fall war. Auch in den Weinbergen und Streuobstwiesen der Landkreise Miltenberg und Aschaffenburg hat sich ein kleines Vorkommen halten können.
Um Schutzmaßnahmen zielgenau planen zu können, ist jeder Nachweis aus diesen Regionen eine große Hilfe. Vielleicht gehen auch Nachweise aus anderen Regionen, wo der Bilch einstmals zuhause war, beispielsweise im Frankenjura, ein und das würde eine kleine Sensation bedeuten.
Bayerische NaturFreunde bitten alle Menschen im Freistaat darum, Gartenschläfersichtungen, möglichst mit Fotobeleg, zu melden! Aber auch Totfunde stellen einen ein wertvoller Hinweis dar und sollen ebenso an www.gartenschlaefer.de gemeldet werden.
Für Rückfragen:
Hans Greßirer, Leiter der Landesfachgruppe Arten- und Biotopschutz der
NaturFreunde Deutschlands, Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur, Landesverband Bayern e.V.
Kraußstraße 8/RG in D-90443 Nürnberg
0911 23705-0
Weiterführender Link/Quelle: https://www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/bald-endet-der-winter...
