Auf dem Programm des NaturFreunde-Tages standen große Themen: Zusammenhalt, Demokratie, Fake News. Doch ein Detail aus dem Bericht ist mindestens so aufschlussreich wie jede Podiumsdiskussion: Am Vormittag war es ruhig, und erst zur Kaffeezeit füllte sich der Waldgarten. Die Gäste kamen offenbar nicht wegen des Escape Games, sondern wegen Kuchen, Bratwurst und Musik. Geblieben sind sie trotzdem.
Das ist vielleicht die eigentliche Erkenntnis des Tages: Gesellschaftlicher Zusammenhalt lässt sich nicht verordnen und auch nicht per Vortrag herstellen. Er entsteht dort, wo Menschen einen leichten Anlass haben, zusammenzukommen. Wer an der Kuchentheke ansteht, am Tisch sitzt oder dem Akkordeon zuhört, trifft Leute, denen er sonst nie begegnet wäre. Die ernsten Angebote wie die Sozialen Wanderungen oder „Sprechen & Zuhören“ funktionieren besser, wenn es drumherum diesen entspannten Rahmen gibt.
Auch das Motto „Miteinander stark vor Ort“ wurde an einer unscheinbaren Stelle geprüft: beim Streit um den Spielplatz. Als die Strecke des Bike-Marathons plötzlich das Gelände berührt hätte, wurde sie kurzfristig verlegt, und alle kamen zu ihrem Recht. Das ist Demokratie im Kleinen: nicht schön formuliert, sondern praktisch gelöst.
Vielleicht braucht gutes Miteinander also weniger große Worte als gute Gastgeber, offene Türen und genug Kuchen für alle.
